Wissenswertes - Runa Rian

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Wissenswertes

Infos über Leder

1. Lederarten
Ich verwende mittlerweile in erster Linie aufgrund sehr guter Erfahrungen folgende Lederarten:
Veloursleder (umgangssprachlich: Wildleder): Großflächige Spalte von Rind oder Kalb mit samtigem Schliff. Dieses Leder ist in sehr vielen Farben lieferbar und besitzt sehr gute Trageeigenschaften (weich, anschmiegsam, beweglich). Durchschnittliche Stärke: 1-2mm.
Fettleder: Gefettetes oder gewachstes Oberleder von Rind oder Büffel. Ein sehr lebendiges Leder, welches 'in Würde' altert - es wird mit der Zeit immer schöner, geschmeidiger und passt sich dem Träger an. Häufig hat es einen 'Pull-Up-Effekt'. d.h. das Leder hellt beim Biegen/Falten auf und dunkelt wieder nach, dies verleiht eine besondere, einzigartige Note in Eurem Kostüm. Durchschnittliche Stärke: 1,5-2,2mm.
Ziegenvelours: Ziegenleder mit samtigem Schliff. Dieses Leder ist in sehr vielen Farben lieferbar und besitzt sehr gute Trageeigenschaften (weich, anschmiegsam, beweglich). Die unbeschnittenen, natürlichen Lederkanten geben eine rustikale Optik, die mit Schere und Cutter so nicht zu erzeugen sind. Ein wunderbares Material für mittelalterliche Optik.  Durchschnittliche Stärke: 0,4-0,8mm.
Blankleder: Sehr dickes und standiges, pflanzlich gegerbtes Oberleder vom Rind. Nahezu unkaputtbar. Dieses Leder eignet sich aufgrund seiner Stärke für den Rüstungsbau im Larp.
Dieses Leder kann aufgrund seiner Verarbeitung sehr gut nass geformt und gehärtet werden. Auf Anfrage ist auch Büffelblankleder * möglich, je nach Lieferbarkeit mache ich Euch gerne ein Angebot. Durchschnittliche Stärke: 3-4mm.
Wasserbüffelnubuk*: Leicht angeschliffenes Oberleder vom Wasserbüffel. Da der Wasserbüffel i.d.R. noch als Arbeitstier eingesetzt wird (insbes. in Asien) tragen die Häute dieser Tiere die Spuren eines arbeitsreichen Lebens unter freiem Himmel. Hautstruktur, Narbung und Festigkeit schwanken daher bei jeder Haut, auch weisen sie stets charakteristische Narben, Löcher und Schrammen auf. Daher verwende ich dieses Leder in erster Linie für Anfragen, die eine gebrauchte, ggf. auch etwas abgenutzte Optik wünschen. Die unbeschnittenen, natürlichen Lederkanten geben eine rustikale Optik, die mit Schere und Cutter so nicht zu erzeugen sind. Ein wunderbares Material für mittelalterliche Optik. Durchschnittliche Stärke: 1-1,6mm.
Wildleder*: Unterschiedliche Häute von wild lebenden Tieren, vor allem Hirsch und Rentier. Diese Häute bekomme ich vor allem in 'natürlichen' Farbtönen (Brauntöne), mit etwas Glück auch in anderen Farben - je nach Anfall. Da diese Tiere nahezu ausschließlich aus Wildbeständen kommen, tragen die Häute dieser Tiere die Spuren eines freien Lebens. Hautstruktur, Narbung und Festigkeit schwanken daher bei jeder Haut, auch weisen sie stets charakteristische Narben, Löcher und Schrammen auf. Daher verwende ich dieses Leder in erster Linie für Anfragen, die eine gebrauchte, ggf. auch etwas abgenutzte Optik wünschen. Die unbeschnittenen, natürlichen Lederkanten geben eine rustikale Optik, die mit Schere und Cutter so nicht zu erzeugen sind. Ein wunderbares Material für mittelalterliche Optik. Durchschnittliche Stärke: 1-1,6mm.
(*Die Häute dieser Tiere stammen i.d.R. nicht aus Massentierhaltung, sie lebten in freier Wildbahn oder zumindest als Arbeitstier unter freiem Himmel. Ich würde dieses Leder sehr gerne jenen Kunden von mir empfehlen, die 'zeitgenössische' Zuchttierhaltung ablehnen. Ich unterstütze diese Wünsche sehr gerne, schreibt mir einfach eine Email.)
Grundsätzlich sei angemerkt, dass Leder ein Naturprodukt ist, d.h. leichte Schwankungen in der Oberflächenstruktur und in der Färbung sind nicht auszuschließen. Leder kann auch stets abfärben, berücksichtigt dies bitte bei der Zusammenstellung mit Eurer Untergewandung.  Bitte beachtet auch, dass eingebrannte Ornamente mit silbrigem Schimmer bei häufigerem Kontakt mit Feuchtigkeit oder Nässe bzw. bei starkem Abrieb über die Zeit verblassen können. Bitte beachtet darüber hinaus, dass es bei wachsgehärtetem Leder (insbesondere bei auwändig nassgeformten, 'aufgedrehten' oder 'verästelten' Stücken) zu Wachsrückständen auf dem Werkstück kommen kann. Wenn Ihr Fragen zu diesen Besonderheiten habt, wendet Euch gerne nochmal an mich.

2. Ethisches
Ich bin mir meiner Verantwortung in Bezug auf die Vermeidung von Tierleid durchaus bewusst. Ich fertige daher ausschließlich mit Materialien die Nebenprodukt der Fleischindustrie sind an.
Leder oder Felle aus reiner Leder- und Fellzucht lehne ich strikt ab!
Sollte Euch das Wohl der Tiere am Herzen liegen, tut etwas gegen die Verschwendung im Alltag und kauft bewusst ein, esst weniger Fleisch und werft Reste nicht weg sondern verwertet sie. Tierische Produkte sind etwas besonderes und sollten umsichtig behandelt werden.
Mit Kunstleder (als veganem Ersatz) arbeite ich nur ungerne, denn Kunststoffe werden auf Erdölbasis produziert und sind damit kaum nachhaltig.
Lasst Euch daher lieber ein besonderes Stück herstellen und verzichtet im Zweifel auf Unnötiges oder Dritt- und Viertgewandungen für Euren Zweit- oder Drittcharakter.


3. Verarbeitungstechniken
Je nach Lederart kann ich Verzierungen einritzen oder aufmalen, einbrennen oder applizieren.







Applizieren
Ein Motiv oder eine Verzierung wird aus dem Leder ausgeschnitten und auf eine Basis appliziert. Die Minimale Linienbreite liegt bei ca. 1cm.






Einbrennen
In das Leder werden Ornamente oder Motive mit einem Brennstift eingebrannt. Die Minimale Linienbreite Liegt bei 2mm.





Geritzt
Auf Fettleder und Blankleder können Motive und Verzierungen eingeritzt werden, lange laufende Linien sind einfacher als gerollte oder verzweigte.




Malen und Ritzen
Mit deckenden Lederfarben können eingeritzte Motive zusätzlich bemalt werden.




Bemalen
Besonders bei verzweigten und ornamentalen Verzierungen ist das Bemalen die beste Lösung.


4. Farben
Die von mir verwendeten Farben sind sehr unterschiedlich, je nach Lederart und  gewünschtem Effekt.
Ich berate Euch gerne, grundsätzlich sei gesagt, dass Metallicfarben (umso schillernder, umso doller) umweltschädlich sind.
Ich habe auch unschädliche Metallicfarben am Lager, doch sind sie gelblicher (gold) und weißer (silber) als ein reiner Metallicschein.
Wählt gerne die umweltfreundlichen Farben, ich würde mich freuen!
Alle anderen Farben sind je nach Lederqualität und Einsatzzweck prinzipiell unschädlich, aber dadurch auch nicht deckend.
Dunkel auf Hell ist einfach möglich, Hell auf Dunkel ist stets komplizierter.

5. Metallelemente
Die von mir verwendeten Nieten und Ösen sind vernickelte oder vermessingte Eisennieten. Wenn Ihr lieber die etwas teureren Nieten aus Messing haben wollt, weist bitte auch
hierauf ausdrücklich hin. Ich habe stets eine gewisse Auswahl an Ziernieten und Ziernietplatten auf Lager. Je nach Entwurf schlage ich Euch dann die in meinen Augen am besten harmonierenden Ziernieten vor. Wenn Euch diese nicht zusagen, kann ich jedoch gerne noch weitere Vorschläge machen.


6. Weitere Materialien
Bevorzugt verarbeite ich Naturstoffe wie z.B. Baumwolle, Leinen oder Schurwolle.In einigen Fällen und z.T. oder auf Wunsch setze ich auch festliche Stoffe wie Taft, Spitze oder Brokat/Jaquard ein.
Auch suche ich stets nach Fellen, Muscheln, Knochen und Perlen!
Solche Materialkombinationen sind speziell, doch es gibt ein besonderes Ergebnis!
Wenn Ihr eine solche besondere Gewandung gut lüftet und in den Einzelteilen auch reinigt, habt Ihr ein besonderes, langlebiges Stück.

 
 
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